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Primitivo, der Trendwein aus Süditalien

Ein Einwanderer mit reichlich Aroma im Gepäck
Der Name der Primitivo-Traube ist heute untrennbar mit Süditalien verbunden, denn der vollmundige dunkelrote Wein, der daraus gemacht wird, gehört zu den am meisten verkauften Sorten aus Italien. Er passt hervorragend zu den Speisen der italienischen Küche und macht einen Großteil der in Italien angebauten Rebsorten aus. Eine Auswahl an Primitivo Weinen gibt es hier.

Dabei liegt die Heimat der Traubensorte wesentlich weiter im Osten. Erst seit 150-250 Jahren wird sie in Apulien angebaut, von wo sie Anfang des 19. Jahrhunderts über Wien nach Amerika gelangte und dort unter dem Namen ‚Zinfandel‘, der vermutlich auf eine fehlerhafte Paketbeschriftung zurückgeht, Karriere machte. 

Was Weinexperten immer wieder vermuteten konnte in den 1990er Jahren die Önologie-Professorin Carole Meredith von der Universität Davis anhand einer genetischen Untersuchung beweisen. Die Primitivotraube und die Zinfandeltraube sind miteinander verwandt und stammen beide von der Traubensorte Crljenak Kastelanski aus Kroatien ab. Dort stellte man aus den an der Küste Dalmatiens gereiften Trauben einen fruchtbetonten dunklen Rotwein her. Seit dem 15. Jahrhundert hieß er in der Region Split Tribidrag, in der Region Dalmatien auch Pididrag. Vermutlich war die Weinrebe ursprünglich aus noch weiter östlich gelegenen Regionen wie Griechenland, Albanien oder Ungarn nach Kroatien gelangt. 

Sonnenverwöhnte „frühreife“ Traube mit eleganter Frucht und Würze
In Apulien, an der Stiefelsohle Italiens, findet die robuste Rotweintraube zwischen Adria und Ionischem Meer ideale Entwicklungsbedingungen. Die vielen Sonnenstunden lassen die Beeren viel Zucker produzieren und den Wein früh reifen, die kühlen Scirocco-Winde und der karge Sandboden bringen Frische und Leichtigkeit und prägen das charakteristische Aroma. Auf die verhältnismäßig frühe Traubenreife bezieht sich auch der Name des Rotweins. Er ist abgeleitet von dem lateinischen Wort „primativus“, was so viel bedeutet, wie „der früh Reifende“. Schon 1799 findet die Weinsorte unter dem Namen „Primativo“ Erwähnung. 

Eine weitere Eigenart im Reifeprozess macht die Primitivotraube zu einer Besonderheit. Da die Trauben zwar früh aber nicht gleichmäßig reif werden, müssen sie per Hand gelesen werden. Zwischen vollreifen, saftigen Trauben finden sich also immer wieder auch grüne Beeren, so dass bei der Weinlese mehrere Schritte nötig sind. 

Typisch für den Primitivowein sind seine vollmundigen, ausgeprägten Fruchtnoten von dunklen Kirschen und Waldfrüchten in Verbindung mit vielseitigen Würzaromen wie Zimt, Pfeffer und Nelken. Die fein eingebundene Säure und kraftvolle Tannine geben dem Wein zusätzlich Komplexität und Charakter. Auch der verhältnismäßig hohe Alkoholgehalt von 14, 15 oder sogar 16% unterstreicht den intensiven, vielseitigen Geschmack des Rotweins. 

Kulinarisch lässt er sich vielseitig kombinieren. Primitivos passen gut zu deftigen Gerichten mit geschmortem, dunklen Fleisch, aber auch zu leichteren Fleischgerichten und Kurzgebratenem. Auch kräftig gewürzten Speisen halten sie stand und bilden eine gute Ergänzung. Dazu gehören Pasta-Gerichte ebenso wie Currys oder Rezepte aus der asiatischen Küche. Und natürlich ist der ausdrucksvolle Rotwein auch vielseitig genug für einen Soloauftritt. 

Vom Massenprodukt zum Edeltropfen
Mit seiner tiefroten Farbe und dem vollmundigen Fruchtaroma erfreute sich der Wein aus der Primitivo-Traube seit langem großer Beliebtheit. Zunächst wurden einfache Weine für jede Gelegenheit und Massenprodukte daraus hergestellt. Häufig wurde er mit anderen Sorten aus Apulien, wie Negroamaro, oder beliebten Sorten wie Merlot als Cuvée angeboten. 

Doch seit den 1990er Jahren kann die ausdrucksstarke Traube ihre Qualität zunehmend in sortenreinen Weinen ausspielen. Zum Markenzeichen dafür ist der Name der Appellation, die Region Manduria in Italien, geworden. Das DOC-Siegel ‚Primitivo di Manduria‘ steht für elegante, ausdrucksstarke Weine mit feinem Fruchtaromenspiel. Ebenfalls hochwertige Weine produzieren die DOC-Regionen ‚Gioia de Colle‘ im Hinterland von Bari und ‚Falerno del Massico‘. 

Feine Vanillenoten durch Ausbau im Eichenfass
Die robuste Weinrebe lässt sich zu unkomplizierten Alltagsweinen verarbeiten, die jung getrunken werden können. Aber gerade weil es sich um eine widerstandsfähige Rebsorte handelt, gibt es auch sehr alte, sorgfältig kultivierte Weinstöcke, deren Trauben zu exzellenten Weinen mit komplexer Aromenstruktur ausgebaut werden. Viele alte Rebstöcke sind 75 bis 100 Jahre alt. Sie geben zwar nur einen geringen Ertrag, aus dem sich jedoch ungewöhnlich gehaltvolle, komplexe Weine machen lassen. Eine einzigartige Ausstrahlung verleiht ihnen der Ausbau im Eichenfass. Die ausdrucksstarken, aber weichen Fruchtnoten werden mit überraschenden Würzaromen ausbalanciert und ergeben einen charaktervollen, trockenen Wein mit intensivem Körper und von höchster Eleganz. 

Ein wahres Feuerwerk an Aromen entfaltet schon der ‚Zolla‘ von den Vigneti del Salento. Seine Farbe ist dunkelrot mit violetten Anklängen. Am Gaumen entwickeln sich Noten von reifen roten Früchten, Marmelade und Schokolade. Durch den Barrique-Ausbau werden seine eleganten Würznoten hervorgehoben. 

Der ‚Feudi di San Gregorio‘ mit dem DOC-Siegel wird 12 Monate im Edelstahltank ausgebaut und reift noch einmal sechs Monate in der Flasche. Er bietet ein üppiges Fruchtbouquet, mit feinen Würznoten und samtigen Tanninen. 

Zu der neuen Generation hochwertiger Primitivos gehört der 2015er Cantine San Marzano Sessantanni Primitivo di Manduria 60 DOP aus sorgfältig kultivierten alten Rebstöcken. Er vereinigt Nuancen von Kirsche, Dörrpflaume und Brombeere, außerdem Vanille, Marzipan und kräftige Würznoten, wie Tabak und Nelken. Mineralische Anklänge machen die Restsüße leicht und elegant. 

Auch der 2015er Palmenti Vigne Vecchie der Cantine San Marzano stammt von alten Rebstöcken und ist 12 Monate im Barrique ausgebaut. Kirsch- und Himbeernoten werden hier von Zimt, Schokolade, Vanille und Karamell begleitet. 

Ebenfalls 12 Monate im Barrique gereift ist der 2015er Tre Mani Rivale Black Edition, ein Spitzenprodukt mit Fruchtnoten von Pflaume, Kirsche und Himbeere, würzigen Lebkuchenanklängen und Aromen von Zimt, Walnuss, Nelken und Pfeffer. Seine Mineralität verleiht den vollmundigen Früchten Leichtigkeit und die amerikanische Eiche schafft mit den Anklängen von Vanille eine Verbindung zwischen Frucht- und Gewürzaromen. Dieser Wein ist der Inbegriff eines samtigen Rotweins mit intensivem Aromenspiel, den man an einem langen Winterabend vor dem Kamin genießen möchte. 

Eleganter Süßwein aus getrockneten Trauben
Wegen des hohen Zucker- und Alkoholgehalts bietet es sich an, aus der Primitivo-Traube einen Süßwein herzustellen. Seit 2011 ist der sortenreine Süßwein „Primitivo de Manduria Dolce Naturale“ aus am Rebstock getrockneten Trauben auf dem Markt und als erster Wein aus Apulien als DOCG zugelassen. Der besonders dichte Rote hat eine Restsüsse von 30 bis 80 g und erinnert an Amarone. Durch eine zweite Gärung wird er besonders dunkel und intensiv im Aroma. Die 12monatige Reifezeit im Barrique rundet den vollmundigen Wein mit Vanillenoten ab. Nach oben

Cusumano Nero d’Avola – Rotwein aus Sizilien

Cusumano Nero d’Avola ist der Rotweinklassiker von der italienischen Insel Sizilien. Doch welche Rebsorte liegt gerade voll im Trend? Nein, nicht Nero d’Avola, obwohl dieser Rotwein von dem sizilianischen Weingut Cusumano aus dieser Rebsorte gewonnen wurde. Primitivo ist die Rebsorte, die momentan überall nachgefragt wird. Doch Nero d‘Avola ist der Rebsorte Primitivo in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich. Erstens wächst Nero d’Avola auch in Süditalien, vor allem auf der italienischen Insel Sizilien und zum zweiten ergibt Nero d’Avola auch volle fruchtige Weine mit einem üppigen Körper und einer schönen Rubinroten Farbe. Allerdings verfügen die Weine aus Nero d’Avola über etwas mehr Würze als die Primitivo Weine. Aus diesem Grund finde ich Sie auch ein wenig interessanter und vielschichtiger.

Cusumano Nero d’Avola aus Sizilien

Cusumano Nero d'Avola

Nero d’Avola von Cusumano

Cusumano gehört zu den Spitzen-Weingütern auf Sizilien, wenn Cusumano nicht sogar das Spitzenweingut Siziliens ist. Doch das mögen andere anders sehen. Wir können auf alle Fälle festhalten, dass Cusumano eines der bekanntesten und beliebtesten Weingütern im Süden Italiens ist. Da ist es nicht verwunderlich, dass hier auch einer der meist geschätzten Nero d’Avola vinifiziert wird. Wie für Süditalien üblich, stimmt hier das Preis/ Leistungsverhältnis. Für wenig Geld bekommt man einen tollen, fruchtigen Rotwein mit Eleganz und Klasse. Das Traubenmaterial für diesen Wein kommt aus der Region um San Giacomo. Die Reben sind im Schnitt 12-15 Jahre alt.  Um den fruchtigen Charakter zu erhalten und nicht zu verfälschen wurde der Cusumano Nero d’Avola im Edelstahltank ausgebaut. Dieser italienische Rotwein betört durch eine sehr intensive Nase mit Aromen von Kirsche, Pflaume, Preiselbeere und Pfeffer. Ergänzt werden diese durch Aromen von Kräutern, erdigen Noten und Flieder. Im Mund schmeckt der Cusumano Nero d’Avola fleischig, saftig, feinwürzig mit viel warmer Frucht. Ein dichter Rotwein mit einer molligen Eleganz und einem unwiderstehlichen Charme. Der sehr bekannte italienische Weinführer Gambero Rosso hat diesen tollen Wein mit 2 von 3 Gläsern bedacht.

Sicher, der Cusumano Nero d’Avola ist kein großer Wein sondern ein toller Einstieg für jeden geübten und ungeübten Weintrinker. Da er nur sehr wenige Tannine hat und sehr fruchtig ist, kann man ihn auch sehr gut etwas kühler genießen, dann passt er auch prima zum BBQ. Sehr lecker auch zu allen einfach italienischen Gerichten, wie z.B. Pizza oder zur Pasta mit Tomatensoße.

Auf Grund des günstigen Preises ist dieser Wein auch immer sehr gut für Partys oder festliche Anlässe geeignet. Schmeckt fast jedem und ist nicht teuer. Was will man mehr?

Podere 414 Morellino di Scansano

Podere 414

Die Podere 414 befindet sich etwas außerhalb des kleinen Dorfes Montiano in der Maremma. Die Maremma ist für Ihre „Supertuscans“ bekannt. Diese Weine basieren in der Regel sehr stark auf Cabernet Sauvignon, Merlot oder Syrah, der für die Toskana typische Sangiovese spielt in diesen „Supertoskanern“ meist nur eine untergeordnete Rolle.

Hier aber, an der toskanischen Küste um die Gemeinde Scansano, findet man außerhalb des Chianti-Gebiets die schönsten Weine aus der Rebsorte Sangiovese. Sangiovese wird in diesem Bereich der Toskana Morellino genannt und fällt in der Regel etwas weicher aus als im Chianti. Um sich mit dem Namen „Morellino di Scansano“ schmücken zu dürfen muss mindestens 85 % Sangiovese im Wein enthalten sein.

Der sehr bekannte Önologe Maurizio Castelli gehörte als Berater vieler renommierten Weingüter zu den gefragtesten Weinmacher Italiens. Er war entscheidend an der Entwicklung der Supertoskaner beteiligt. Im Laufe der Zeit keimte in ihm der Wunsch nach einem eigenen Weingut. Bei einem Spaziergang 1998 entdeckte Maurizio den 1960 gegründeten Mischbetrieb mit der Katasternummer 414 und erkannte sofort das darin schlummernde Potenzial. Dies war der Beginn der Podere 414 und ein beinahe kometenhafter Aufstieg an die Spitze der Region. Inzwischen wird das Weingut von Simone Castelli, Sohn von Maurizio, geleitet. Simone studierte wie sein Vater an der Universität von Florenz. Zusammen mit seiner griechischen Frau Maja knüpfte er nahtlos an die Erfolge seines Vaters an und setzt dabei auf naturnahen Anbau.

Lange Zeit wurde von der Podere 414 nur der Morellino di Scansano erzeugt, seit kurzem gibt es auch einen Rosé in kleiner Auflage.

Podere 414 Morellino di Scansano

Podere 414

Der Podere 414 Morellino di Scansano wurde aus Sangiovese und kleinen Anteilen von Ciliegiolo, Alicante, Syrah und Colorino erzeugt. Die Trauben stammen von einem Weinberg der im Schnitt mit rund 10 Jahre alten Rebstöcken bestockt ist. Die Trauben wurden von Hand gelesen und im Edelstahltank vergoren, der anschließende Ausbau erfolgte über 12 Monate in großen Eichenfässern und in Barriques. Der Wein zeigt ein sehr schönes Bukett von Brombeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Rauchfleisch, Unterholz, Schokolade, Thymian, Pfeffer, Nelken und Veilchen. Am Gaumen fleischig, saftiger Biss, dichter samtener Tanninmantel, schöne Frucht, feinwürzig, herbe Eleganz, vielschichtig, voller Spannung und ein langer Nachhall. 90 Punkte, für etwas über 12 Euro die Flasche bei genuss7.de gesehen.

Link zum Weingut.

 

JM

 

 

 

 

 

 

 

Aglianico del Vulture Terre di Orazio

Cantina di Venosa und Aglianico eine gelungene Partnerschaft

In der süditalienischen Region Basilikata liegt die Cantina di Venosa. Die Cantina di Venosa wurde 1957 von 27 Winzern gegründet. Inzwischen haben sich rund 500 Weinbauern der Genossenschaft angeschlossen. Die Rebfläche aller Mitglieder beträgt rund 900 Hektar. Trotz der Größe ist Venosa einer der zuverlässigsten Produzenten im Gebiet.

Die Region Basilikata ist für ihren Aglianico berühmt und daher ist es auch nicht verwunderlich das die Genossenschaft von Venosa ihren Fokus auf die Rebsorte Aglianico legt. Die Rebsorte wurde rund 500 vor Christus von den Griechen als „vitis hellenica“ nach Kampanien gebracht. Von dort verbreitete sich die Rebsorte über die Basilikata bis nach Apulien. Der Aglianico wird oft als Nebbiolo des Südens bezeichnet, da beide Rebsorten über viel Tannin verfügen und im alter zu großer Eleganz gelangen können. Der Aglianico ist spätreifend, bevorzugt mineralische Böden und vor allem Höhenlagen. Diese findet er bevorzugt in Apulien, Kampanien und natürlich in der Basilikata. Inzwischen wird Aglianico auch in Übersee angebaut, in Kalifornien und Argentinien finden wir einige sehr interessante Weine aus dieser Rebsorte.

Cantina di Venosa Terre di Orazio Aglianico del Vulture 2008

Aglianico del Vulture

Der Terre di Orazio Aglianico del Vulture stammt von den Hängen des Monte Vulture. Hier in einer Höhe von rund 450 bis 500 Meter über dem Meeresspiegel stehen die rund 30 Jahre alten Reben auf vulkanischen Böden. Die Trauben wurden in den frühen Morgenstunden von Hand gelesen und in kleinen Körben auf dem schnellsten Weg in die Kellerei gebracht. Nach der temperaturkontrollierten Gärung reifte der Wein für rund 15 Monate in Barriques und 500 Liter Fässern. Anschließend durfte der Wein für etwa 6 Monate weiter auf der Flasche reifen. Der Wein zeigt ein sehr schönes Bukett von Kirschen, Pflaumen, Brombeeren, Rauch, Espresso, Vanille, Kakao, Zimt, Anis, Pfeffer, mediterrane Kräuter und Veilchen. Am Gaumen ist der Wein fleischig, saftig, dichte Frucht, viel samtenes Tannin, feinwürzig, enorm Tief, muskulöse Eleganz, mineralische Kühle und ein sehr langer Nachhall. 88 Punkte! JM

2  Gläser im Gambero Rosso

Terre di Talamo Morellino di Scansano Tempo Riserva

Das Weingut Terre di Talamo gehört der Familie Bacci, die auch im Besitz des Weingüter Castello di Bossi im Chianti und Renieri in Montalcino ist. Auf allen 3 Weingütern produziert die Familie Bacci hochwertige Weine die zu den besten des jeweiligen Anbaugebiets gehören.

Morellino di Scansano

2006 erhielt die Anbauregion Morellino di Scansano den DOCG-Status. Die Rebfläche umfasst momentan rund 400 Hektar. Das Anbaugebiet liegt in der südlichen Toskana, um die Gemeinde Scansano, in der Provinz Grosseto. Die Weine mit DOCG-Status müssen mindestens aus 85 % Morellino erzeugt werden. Bei der Rebsorte Morellino handelt es sich um Sangiovese, also um eine typische toskanische Traube.

Terre di Talamo

Die Terre di Talamo liegt an der toskanischen Küste mit einem herrlichen Blick auf das Meer. Hier in der Maremma bewirtschaftet die Familie Bacci rund 32 Hektar Rebfläche. Die Reben stehen auf Böden die von Ton, Steinen und Lehm geprägt sind. Es werden neben dem Morellino di Scansano noch ein Weißwein, ein Rosé und ein Süßwein erzeugt. Den Morellino di Scansano gibt es in zwei Ausführungen, wobei die Morellino di Scansano Tempo Riserva der Spitzenwein des Weinguts ist.

Morellino di Scansano

Morellino di Scansano Tempo Riserva 2006

Der Rotwein Morellino di Scansano Tempo Riserva wurde aus rund 90 % Sangiovese (Morellino), 5 % Cabernet Sauvignon und 5 % Alicante erzeugt. Für die Tempo Riserva wurden nur die besten Parzellen ausgewählt. Die Erträge wurden sehr  niedrig gehalten. Bei der selektiven Handlese wurden die Trauben in kleinen Kisten sofort in die Kellerei gebracht. Im Keller wurde der Wein im Edelstahltank kühl vergoren. Der anschließende Ausbau erfolgte über etwa 12 Monate im Eichenfass.

Das typische und elegante Bukett zeigt Aromen von Heidelbeeren, Kirschen, Pflaumen, Weihrauch, Tabak, Unterholz, Graphit, Mokka, Schokolade, Thymian, Wacholder, Pfeffer, Leder und Veilchen. Am Gaumen fleischig, vielschichtig, sehr elegant, wunderschöne Frucht, feinwürzig, sehr samtig, unwiderstehlicher Charme, tolle Balance, super Balance und ein sehr langer Nachhall. 92 Punkte.

Für rund 12 Euro die Flasche ein absoluter Hit!

Mehr Infos zum Weingut gibt es hier.

Die Morellino di Scansano Tempo Riserva aus dem Jahrgang 2006 gibt es hier.

Corte Pavone Rosso di Montalcino

Schwarhof, Corte Pavone und Valdifalco

Die Familie Loacker stammt aus Südtirol, dort bewirtschaftet Rainer Loacker seit 1979 rund 11 Hektar nach den Grundsätzen des biologischen Weinbaus. Auf seinem Schwarhof war er einer der „Bio-Pioniere“ und gleichzeitig einer der Qualitätsmotoren der Region. 1996 erwarb Rainer Loacker das Weingut Corte Pavone im Montalcino und 1999 das Weingut Valdifalco in der Maremma. Die beiden Söhne Hayo und Franz Josef Loacker sind inzwischen beide in den Betrieben voll im Einsatz. Hayo arbeitet als Weinmacher und Franz Josef ist für den Vertrieb der Weine zuständig.

Corte Pavone

Das Weingut Corte Pavone befand sich von 1940 bis 1988 im Besitz der toskanischen Familie Martini. Von 1988 bis 1996 wurde es von der Terre Bindella geführt.  Rainer Loacker hauchte dem Weingut mit seinem Lebensmotto „Philosophie mit Herz und Seele“ neuen Atem ein. Corte Pavone umfasst rund 16 Hektar Rebfläche in den besten Lagen des Montalcino-Gebiets. Die Weinberge von Corte Pavone befinden sich in einer Höhe von etwa 500 Metern über dem Meeresspiegel. Die Böden sind in diesem Bereich sehr stark von Lehm und Kalk geprägt und werden nach den Prinzipien des biologischen Weinbaus bewirtschaftet. Zwischen den Rebzeilen finden wir verschiedene Kräuter wie Rosmarin, Lavendel und Thymian. Hier in der hügeligen toskanischen Landschaft werden von den Loackers Sangiovese und ein wenig Cabernet Sauvignon und Merlot angebaut.

2011er-Loacker-Corte-Pavone-Rosso-di-Montalcino-EtikettCorte Pavone Rosso di Montalcino und Brunello di Montalcino

Auf Corte Pavone werden ein Corte Pavone Rosso di Montalcino, ein Corte Pavone Brunello di Montalcino und in Spitzenjahren eine Corte Pavone Brunello di Montalcino Riserva erzeugt.

Der 2011er Corte Pavone Rosso di Montalcino ist für mich ein „kleiner Brunello“, da er ebenfalls reinsortig aus Sangiovese erzeugt wird und für mindesten ein Jahr im Eichenfass reifen durfte. Gerade in Bezug auf Preis/Leistung ist der Wein ein absoluter Tipp.  Der Wein zeigt eine sehr schöne Nase mit Aromen von Kirschen, Heidelbeeren, Himbeeren, Unterholz, Weihrauch, Kakao, Pfeffer, Kardamom, Thymian und Veilchen. Am Gaumen ist der Wein fleischig, saftig, feinwürzig, mineralisch, vielschichtig, er verfügt über viel samtenes Tannin, eine dichte Frucht und einen sehr langen Nachhall. 88 Punkte ist uns der 2011er Corte Pavone Rosso di Montalcino wert und mit seinem Preis der unter 15 Euro liegen sollte eine echte Empfehlung.

Casaloste Chianti Classico

Ein Chianti wie er sein sollte könnte die Überschrift für den Chianti Classico von Casaloste lauten. Doch zunächst ein paar Worte zum Weingut.

In den 1990er Jahren erwarb Giovanni d´Orsi das Weingut Casaloste mit seinen rund 16 Hektar Rebfläche in Panzano. Giovanni stammt aus Neapel und studierte dort Agrarwissenschaften. Der Wunsch Spitzenweine zu produzieren trieb ihn damals in die Toskana. Doch Giovanni ist sehr heimatverbunden, dies wird uns beim Betrachten des Etiketts bewußt. Hier finden wir nicht nur beim Casaloste Chianti Classico einen kleinen stilisierten „Golf von Neapel“, sondern bei allen Weinen im Sortiment.

Giovanni setzt bei seinem Casaloste Chianti auf Tradition und reinsortigen Sangiovese. Gerade die Weinberge um Panzano sind prädestiniert für die Erzeugung herausragender Chianti Weine aus der Rebsorte Sangiovese. Hier findet die Rebsorte die idealen Wachstumsbedingungen vor, um die oft etwas rustikale Art zu mildern.

Giovanni setzt auf ökologischen Anbau der Trauben und ist auch ICEA zertifiziert. Im Weinkeller wird sehr traditionell ohne größere Eingriffe von Außen gearbeitet. Der Casaloste Chianti Classico 2009 wurde reinsortig aus Sangiovese erzeugt. Die Trauben wurden von Hand gelesen und streng selektiert. Die Gärung erfolgte in temperaturkontrollierten Edelstahltanks. Anschließend wurde der Wein für rund 12 Monate, zum Teil in Barriques und zum anderen Teil in großen Fässern aus französischer Eiche, ausgebaut.

Casaloste Chianti Classico DOCG 2009 2009er-Casaloste-Chianti-Classico

Die wunderschöne Nase zeigt Aromen von Kirschen, Brombeeren, Heidelbeeren, Weihrauch, Unterholz, Pfeffer, Schokolade, Tabak, Kokos, Oliven und Veilchen. Am Gaumen fleischig, saftiger Biss, dichte Frucht, feinwürzig, mineralisch, feinmaschige Tannine, großartige Balance, vielschichtig, betörender Charme, große Eleganz und ein sehr langer Nachhall. 92 Punkte bis 2021.

Giovanni d´Orsi und seine Önologin Gabriella Tani verzaubern mit dem Casaloste Chianti Classico und stellen manch deutlich teurere Chianti Classico Riserva in den Schatten. Für mich gehört der Casaloste Chianti Classico zu den elegantesten Vertretern des Chianti. Diese elegante Art zieht sich bei Casaloste durch die ganzen Weine und macht die Weine unwiderstehlich.