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Italiens Rotweine – Supertoskaner

Supertoskaner
Supertoskaner

Supertoskaner

In den späten 1980er Jahren prägten die Amerikaner den Begriff „Supertuscan“, der ins Deutsche übersetzt als „Supertoskaner“ in die Weinsprache Einlass fand. Ausschlaggebend waren die hochklassigen, jedoch weinrechtlich nur als einfache Tafelweine deklarierten, Rotweine der Toskana.

Die Geburtsstunde der Supertoskaner

Auch wenn die Geschichte der „Supertoskaner“ sehr stark mit dem Namen Marchesi Antinori verknüpft ist, war es Enzo Morganti vom Weingut San Felice, der mit dem Vigorello im Jahre 1968 den ersten Supertuscan erschaffen hatte.

Ebenfalls im Jahr 1968 wurde zum Erstenmal der Sassicaia für den Handel erzeugt. Dieser kam jedoch deutlich später in den Markt als der Vigorello. Den Durchbruch schafften die Supertoskaner jedoch erst mit dem ersten Jahrgang des Tignanello von Antinori. Dieser stammt aus dem Jahr 1971. Zu Beginn wurde der Tignanello reinsortig aus Sangiovese erzeugt, erst ab dem Jahrgang 1975 wurden dem Tignanello dann internationale Rebsorten beigemischt.

Der Super-Tafelwein

Da das damalige italienische Weingesetz eine Verwendung von ausländischen Rebsorten in der Toskana untersagte, mussten die Weine als schlichte Tafelweine (Vino da Tavola) deklariert werden. Inzwischen verfügen einige dieser Supertoskaner jedoch auch über einen Landweinstatus (IGT) oder sogar über eine kontrollierte Herkunftsbezeichnung (DOC/DOCG).

Maremma – toskanische Küste

Als Maremma wird im Volksmund die gesamte südliche Toskana bezeichnet. Jedoch umfasst die Maremma im eigentlichen Sinne nur den flachen, von den Hügelketten der Monti dell’Uccellina unterbrochenen Küstenstreifen zwischen dem Golf von Follonica und den Flussläufen der Bruna und des Ombrone. Dazu kommt noch die Lagune von Orbetello am Monte Argentario. Die Maremma war im Mittelalter eine Sumpflandschaft und die Malaria-Hochburg Europas. Schon 1804 versuchten die Großherzöge der Toskana die Sümpfe zu entwässern, jedoch zog sich die völlige Trockenlegung bis in die 1930er Jahre. Die Maremma ist natürlich nicht das einzige Anbaugebiet in der Toskana, welches Supertoskaner hervorbringt, sondern es gibt auch im Chianti-Gebiet und im Montalcino-Gebiet einige herausragende Weine aus internationalen Rebsorten. Jedoch findet man in der Maremma die neuesten und spannendsten Weine in der Kategorie Supertoskaner.

Weinbau in der Maremma

Die Weinbaufläche der Maremma umfasst rund 65.000 Hektar. Die Böden der Maremma sind sehr abwechslungsreich, jedoch sind die Böden hauptsächlich von Lehm, Sand, Ton, Kies und Kalk geprägt. Aufgrund der klimatisch ähnlichen Bedingungen zum französischen Bordelais werden inzwischen vorwiegend Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Petit Verdot angebaut.

Meine Top 10 der Supertoskaner:

Grattamacco Bolgheri Superiore
Antinori Solaia
Tenuta dell´Ornellaia Superiore
San Felice Vigorello
Atninori Tignanello
Antinori Guado al Tasso
Tenuta San Guido Sassicaia
Il Grillesino Ceccante
Antinori Le Mortelle Poggio alle Nane
Sapaio Bolgheri Rosso Superiore
Brancaia Il Blu